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| Kormorandemo Ulm - Warum der ANV-Weitingen daran teilnahm |
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Mitglieder des ANV- Weitingen, Fischerfreunde aus Horb, Hechingen-Boll, Bad-Imnau, Haigerloch und Privatpersonen fuhren mit einem kurzerhand organisierten Bus am 20.03.2010 nach Ulm zur Kormorandemo. Ziel war es die Kormorandebatte im Land und bei den Behörden wieder anzukurbeln und auf das Problem der Kormorane landesweit hinzuweisen. Ein voller Erfolg der zum Abschlussessen und gemütlichem Ausgang mit Diskussion im Vereinsheim des ANV endete und die Mitglieder zufrieden, in der Hoffnung, dass die Zukunft Verbesserungen mit sich bringt, nach Hause gingen. Jetzt fehlt jetzt nur noch an der Unterstützung der Bevölkerung und einem Druck aus den eigenen Reihen des NABU (Naturschützer die den Überblick und Sachverstand haben) auf die Führungsspitze des NABU BW und LBV. Hintergrund: Seit vielen Jahren erholt sich der Kormoran aus seinem Schutzstatus als „streng geschützte Vogelart“ zu einer Überpopulation die andere gefährdete Fischarten erheblich dezimiert. In viele Gewässerstrecken, nicht nur in Seen sondern auch in naturnahe Fließgewässer bis zu den Oberläufen und Seitenbäche jagt der Kormoran seine Nahrung. Die Nahrung besteht übrigens zu 100 % aus Fischen und zwar mind. 500 g / Tag (zwei Fischportionen für erwachsene Menschen!) Das dies in unserer Fischregion erhebliche bis fast zur Ausrottung führende Dezimierungen, der Fischarten im Neckar und seinen Seitenflüssen zur Folge hat ist für jeden, der Sehen und Rechnen kann, unübersehbar und nicht politisch manipuliert. Der NABU und LBV täuschen die Bevölkerung, Behörden und Ministerium seit vielen Jahren mit Einwänden die wissenschaftlich einseitig und teilweise durch verdrehte Aussagen manipuliert sind. Geht man von einer Brutzahl von ca. 24 000 Kormoranen (NABU Daten) und Tausenden von Überwinterungsgästen (BRD ca. 2.000.000) aus kann man sehr leicht den Fraßdruck und die Fischentnahmemenge nachvollziehen. Der Neckar zwischen Sulz und Rottenburg hat eine jährliche Fischertragsmenge von ca. 60 – 70 kg/ha. Im Neckartal bei Weitingen überwintern zeitweise bis zu 127 Kormorane (28.12.09), regelmäßig sind zw. 40 – 50 Kormorane auf den Schlafbäumen im dortigen Bereich. Ein Vogel frisst pro Tag ca. 0,5 kg, die Überwinterungsgäste sind von Anfang September bis April in der Region. Bejagt wird nicht nur der Neckar sondern auch seine Zuflüsse wie die Eyach, Glatt und andere Seitengewässer. Selbst Stausseen wie der Sterneckstausee im tiefen Schwarzwald wird von den Kormoranschwärmen aufgesucht (18.02.10 / ca.30 Exemplare) Die Fischereiverwaltung/behörde regelt die Anzahl der Angelfischer/ha nach der Höhe der Ertragsfähigkeit der Gewässer und einer Fischentnahmemenge von max. 15 kg/Jahr in der entsprechenden Fischregion um eine nachhaltige Bewirtschaftung des Gewässers zu garantieren. Im übrigen entnimmt der Durschnittsangler ca. 5-7 kg/Jahr. Ein Kormoran frisst diese Menge Fische in ca. 2,5 – 3,5 Tage!!! Auch nimmt der Kormoran, den ich als perfekte Jagdmaschine einstufe, keinerlei Rücksicht auf ganzjährig geschützte Fischarten oder Schonzeiten. Wenn immer wieder behauptet wird, dass der Kormoran den Fischern die Fische wegfrisst so ist dies nur Zynismus und dient zur Täuschung der nicht sachkundigen Bevölkerung. Auch spricht der NABU von „minderwertigen“ und fischereilich uninteressanten Fischen was nicht nachvollzogen werden kann. Geht es hier nicht um den Arterhalt der Fischarten und einem ausgewogenen, standortgerechten Arteninventar? Viele Vogelarten werden auch nicht verspeist und deshalb von den Anglern als „minderwertig“ betrachtet. Um überhaupt einen Fisch angeln zu dürfen haben die Angler hohe Pachtpreise und nicht zu unterschätzende Kosten für die Hegemaßnahmen. Auch leisten diese viele Stunden am Gewässer zum Schutz und Verbesserung und überwachen diese. Jeder von Ihnen bezahlt zusätzlich an den Staat eine Gebühr und hat eine Ausbildung mit Prüfungsabschluss bevor er die waidgerechte Fischerei ausüben darf. Die Kosten für die Verbesserung und Renaturierung unserer Gewässer kostet jährlich Millionen und nimmt tausende von Arbeitsstunden in Anspruch. Der Kormoran kommt, frisst und geht! Ohne Rücksicht auf Hege und Pflege. Wenn der NABU in der "Kormoran-Frage" in seiner dogmatischen Haltung verharrt, besteht die Gefahr, daß er als (selbsternannter) Anwalt der Natur an Glaubwürdigkeit verliert. Weder die Romantisierung, noch die Verteufelung einer Tierart werden der Aufgabe des Naturschutzes gerecht. Wir müssen gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten suchen. Leider wurde selbst bei einer Fachtagung der Vogelschützer von einer Zusammenarbeit und Informationsaustausch mit den Anglern abgeraten. "Der Kormoran wurde zum Vogel des Jahres 2010 – besser kann man nicht dokumentieren, dass NABU und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) sich außerhalb jeglicher Vernunft und insbesondere außerhalb demokratischer Normen bewegen. Am 4. Dezember 2008 haben mehr als 96 Prozent aller Abgeordneten des Europäischen Parlamentes aus allen 27 Mitgliedsstaaten dafür gestimmt, wegen der extremen Populationszunahme des Kormorans in den letzten 20 Jahren ein europäisches Kormoranmanagement zu prüfen. Diese Mitglieder des Europäischen Parlaments sind ausgestattet mit dem demokratischen Votum der Bewohner von 27 Mitgliedsstaaten: für NABU und LBV gilt das nicht, es ist für sie uninteressant, was die demokratisch gewählten Volksvertreter beschließen. Sie sind in den Augen von NABU-Funktionären anscheinend zu dumm, den wahren Sachverhalt zu begreifen, nur NABU und LBV allein haben den Durchblick." Zum Vogel des Jahres wurde bislang übrigens nur eine Vogelart, die stark gefährdet oder deren Habitat bedroht ist, gewählt! Bei 2 Mill. Vögel bundesweit und ca. 24.000 Brutpaare in der BRD trifft beides nicht zu, im Gegenteil, es ist einfach lächerlich und ein Schlag ins Gesicht der Artenschützer für den Bereich „unter der Wasseroberfläche“. Sicherlich haben Fische keinen Schmusefaktor und können nicht schreien. Auch ist eine Flucht vor den gefräßigen Räubern nicht möglich. Das Sterben und der massive Eingriff in Ihre Populationen findet lautlos statt und wird nur von wenigen wahrgenommen. NABU und LBV schrecken selbst vor so großen Lügen nicht zurück, dass "Edelfische" wie Äschen wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge nur geringere Anteile in der Nahrung ausmachen und deshalb kein Schaden eintreten könne. Die Technische Universität München hat den aus dem Kormoranfraß resultierenden Schaden bei Äschen mit 96 Prozent sicher wissenschaftlich bestimmt. Es interessiert sie auch nicht, dass mehr als 90 Prozent aller typischen Fließgewässerfischarten auf der Roten Liste stehen und es ficht solche Kreise auch nicht an, wenn durch derartige Aktionen, wie sie nunmehr durch NABU und LBV initiiert werden, die Ausrottung noch viel schneller geht. Aber sie nennen sich Naturschützer." "Dabei betreiben sie vielmehr ein sehr abscheuliches Spiel, indem sie "...wirtschaftlich unbedeutende "Weißfische" wie Rotaugen, Brachsen und andere Kleinfische..." zur radikalen Dezimierung durch den Kormoran frei geben; schließlich ist es ja kein so bedeutendes Leben wie bei einem "Edelfisch". Im übrigen ist unser Bereich des Neckars und seine Seitengewässer die Forellen, Äschen und Barbenregion und hat eine Vielzahl von gefährdeten und ganzjährig geschützten Fischarten als Arteninventar. Ein Großteil davon sind „Edelfische“! Aber darf man über eine solche Bedrohung in der Artenvielfalt einfach hinwegsehen oder den bis zur Existenzgefahrdung führenden Fraßdruck ignorieren? Der NABU und LBV tut dies offensichtlich und streut gezielt Fehlinformationen unter seinen eigenen Mitgliedern und der Bevölkerung! Um auf diese Fehlinformationen und den Verlust der Artenvielfalt hinzuweisen haben auch wir an der Demo in Ulm teilgenommen und auf die Problematik hingewiesen und unsere Fischereiverbände unterstützt. Es ist an der Zeit eines Europaweiten Kormoranmanagements und von sinnlosem Hingemetzel und Abschuss in Massen ist hier nicht die Rede. Fordert nicht auch der NABU die Jagd auf verschiedene Tiere zum Schutz der Artenvielfalt!! Es wäre Zeit, dass auch der NABU und LBV seine Fehleinschätzung eingesteht und an der Ausarbeitung eines sinnvollen Kormoranmanagements mitarbeitet. Anmerkung: Mit den örtlichen NABU-Ortsgruppen hat der ANV bislang keine Probleme und Unverständnis in Sachen Fischartenschutz. Nach meiner Einschätzung ist es zwingend erforderlich, dass die Führungsspitze des NABU in BW wechselt und wieder eine gute Zusammenarbeit in Natur-, Tier- und Artenschutz ermöglicht wird. Kämpfen wir nicht für die gleiche Sache??? Harald Dold 1.Vorsitzender des ANV Weitingen Naturschutzreferent des LFV SWHZ |
| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 07. April 2010 um 19:08 Uhr |